
ERC Ingolstadt deklassiert die Kölner Haie zum Halbfinalauftakt
Am 02. April 2025 kam es in der Saturn-Arena zum ersten Halbfinalspiel zwischen dem ERC Ingolstadt und den Kölner Haien.
Der ERC Ingolstadt schickte in einem leidenschaftlich geprägten bayerischen Viertelfinal-Derby die Nürnberg Ice Tigers in die Sommerpause. Die Schanzer verbuchten bisher drei Erfolge in der Vorrunde gegen den rheinischen Rivalen und wollten gleich im ersten Halbfinalmatch vor heimischer Kulisse richtungsweisend vorlegen.
Die Kölner Haie setzten sich nach einer schnellen drei zu Null Serienführung letztlich doch knapp in einem spannenden Duell gegen den Vorjahresfinalisten aus Bremerhaven durch und schöpften vor allem Mut durch ihren Auswärtssieg im letzten Hauptrundenduell gegen die Oberbayern. Die Rheinländer erinnerten sich an das Jahr 2002, als sie ebenfalls von einem Mittelfeldrang den letzten Meistertitel ergatterten.
ERC Ingolstadt mit souveränem Drittel
Es war die Neuauflage des Finales aus dem Jahr 2014: dies war Grund genug für die Kölner Haie auf Revanche zu sinnen und das Trauma von damals in eigener Halle zu vergessen und den heutigen Gegner gleich im ersten Match zu düpieren. Es dauerte nicht allzu lange, bis die Hartgummischeibe zum ersten Mal hinter Julius Hudacek einschlägt. In der 4. Spielminute tanzte Wayne Simpson den Kölner Goalie aus und schiebt zur frühen Führung ein. Dem Ganzen ging jedoch ein kapitaler Fehler vom Haie Kapitän Mo Müller voraus, der die Scheibe kurz vor der blauen Linie beim Spielaufbau verlor. Dies war ein erster Nackenschlag für die Gäste, die nur unwesentlich später sogar den zweiten Gegentreffer hinnehmen mussten. Nur knapp eine halbe Zeigerumdrehung danach markierte Daniel Schmölz das zweite Tor für die Schanzer.
Mit diesem schnellen Doppelschlag wurde es nun ein dickes Brett, welches die Haie zu bohren hatten, die auch erst in der 8. Spielminute gefährlich vor Heljanko auftauchten. Köln hatte dann Glück, denn es waren wohl zu viele Haie auf dem Eis. Die Hausherren hatten bislang alles unter Kontrolle und waren klar spielbestimmend in eigener Halle. Die Panther belohnten sich für ihre Dominanz in der 15. Spielminute sogar mit dem dritten Treffer des heutigen Abends in Person von Daniel Pietta. Und es kam noch schlimmer für die Haie, denn in der 19. Spielminute erhöhte Wojtek Stachowiak auf 4:0. Köln war sicher froh, in die Kabine zu kommen, um sich neue Energie zu holen für den Mittelabschnitt. Das erste Drittel war eine Machtdemonstration seitens des Hauptrundensiegers, dem alles gelang.
MacLeod: „Sie waren von Anfang an bereit für dieses Match. Wir müssen nun zurückkommen, härter agieren, besser stehen und mehr Schüsse zum Tor bringen.“
ERC Ingolstadt legt sofort nach
Kölns Headcoach Kari Jalonen musste reagieren und nahm einen Torhüterwechsel vor: Tobias Ancicka hütete nun das Gehäuse, doch auch er musste kurz nach Drittelbeginn schon hinter sich greifen und sah dabei sehr unglücklich aus. Es war der erste Torschuss auf ihn. Alex Breton jubelte nach nur knapp 90 absolvierten Sekunden über sein Tor. Nun wurde es wohl eine Mission Impossible für die Gäste vom Rhein, in dieser Partie noch was zu bewegen. Es war schon seltsam, diesen klaren Spielstand auf dem Würfel zu sehen. Es fehlte bislang eine Reaktion der Kölner, sei es die Körpersprache oder mehr Zug zum gegnerischen Gehäuse. Immerhin beschäftigten die Gäste mal den finnischen Keeper der Hausherren, der aber alles sprichwörtlich im Griff hatte.
Die Haie mussten versuchen, zumindest mal auf die Anzeigetafel zu gelangen und ein Erfolgserlebnis zu feiern. Der ERC Ingolstadt bestach bisher mit seiner bemerkenswerten Effizienz. Mittlerweile übte auch mal Köln mehr Druck aus, doch insgesamt hinterließen die Gäste bislang einen blassen Eindruck. Die Rheinländer bemühten sich aber im Mittelabschnitt redlich, ohne was Zählbares zu erreichen. Chancen gab es etliche, doch Keeper Heljanko blieb Endstation oder die vielbeinige Abwehr stand einem Treffer im Weg. Im Powerbreak resümierte Justin Schütz scharfsinnig, dass seinem Team im Gegensatz zu den Gastgebern überhaupt nichts gelang. Ein erstes Powerplay wäre nun die Gelegenheit für Köln was zu generieren, doch letztlich verteidigte Ingolstadt souverän. Die Panther erwiesen sich in dieser Begegnung bisher als schlauer und antizipierten vieles schneller. Gäste Goalie Ancicka bewahrte seine Farben vor einem höheren Rückstand, auch weil die Panther oft im Slot ganz frei zum Abschluss kamen.
Pietta: „Unabhängig vom Ergebnis haben wir sehr kontrolliert, konzentriert und dominant gespielt haben. Wir ließen wenig zu. Wir wollen immer gut aus der Kabine kommen und unseren Game Plan umsetzen. Wir haben die Qualität, Tore zu schießen. Vom Gas gehen ist in den Playoffs immer schwierig, wir müssen genauso weiterspielen.“
ERC Ingolstadt schraubt auf sieben Tore
Was hatten die Kölner Haie im Schlussabschnitt noch zu bieten, um das Resultat zumindest etwas erträglicher zu gestalten? Die Gäste sollten zumindest was Positives aus dem letzten Drittel mit nach Köln nehmen, um sich in Spiel zwei dann besser zu präsentieren vor den eigenen Fans, die bestimmt sehnlichst einen Titel herbeiwünschen. Dies war auch die Marschroute von Co-Trainer Manuel Kofler. Doch zuerst mussten die Gäste die Unterzahl überstehen, was ihnen auch gelang. Der ERC Ingolstadt nahm den Fuß nicht vom Gas und wollte nichts anbrennen lassen. Sie konnten sich weiterhin nicht über ungeahnte Freiräume im Slot beklagen, von dort aus Top Chancen zu kreieren. Der ERC Ingolstadt machte dann in der 45. Spielminute in Person von Austin Keating.
Nun wurde es eine herbe Klatsche für die Haie. Die Kadertiefe bei den Gastgebern mit sechs unterschiedlichen Torschützen war schon beeindruckend. Nun ging es nur noch um Ergebniskosmetik und Schadensbegrenzung für die Kölner Haie, die ihren Fokus sofort auf ihr erstes Heimspiel richten mussten. Ein kleiner Trost für die Gäste war die Tatsache, dass das Torverhältnis in so einer Serie nicht ausschlaggebend war. Trotzdem galt es, diese Pleite erst mal schnell zu verdauen. Kurz vor Spielende kam Ingolstadt noch in den Genuss eines doppelten Überzahlspiels für knapp 80 Sekunden: die Kölner Haie überstanden dies tapfer, mussten jedoch bei einfacher numerischer Unterlegenheit dennoch den siebten Gegentreffer durch Riley Sheen in der 58. Spielminute schlucken.
Kammerer: „Wir müssen anerkennen, dass Ingolstadt von Anfang an klar überlegen war. In zwei Tagen haben wir die Chance, die Serie auszugleichen. Wir müssen regenerieren. Wir müssen alles besser machen und wir werden zurückkommen.”
Heljanko: „Wir spielten richtig gut, es war ein sehr solides Spiel, aber es ist nur ein Sieg in der Serie. Der Shutout bedeutet nichts für mich. Ich kam hierher, um zu gewinnen. ”
ERC Ingolstadt – Kölner Haie 7:0 (4:0|1:0|2:0)
Tore:
1:0 |04.| Wayne Simpson
2:0 |05.| Daniel Schmölz (Stachowiak, Hüttl)
3:0 |15.| Daniel Pietta (Girduckis, Keating)
4:0 |19.| Wojtek Stachowiak (Hüttl, Schmölz)
5:0 |22.| Alex Breton (Simpson, Ellis)
6:0 |45.| Austin Keating (Girduckis, Hüttl) PP1
7:0 |59.| Riley Sheen (Ellis, Bodie) PP1
Haupt-Schiedsrichter: MacFarlane (USA) / Rohatsch (GER)
Zuschauer: 4815 (ausverkauft)
Bericht von: Hermann Graßl | Foto: City-Press GmbH
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